Warum wir Tee trinken sollen?

 

Strahlende Zähne

Tee schützt die Zähne gleich zweifach:
das in Grün- und Schwarztee enthaltene Fluorid stärkt den Zahnschmelz und festigt die Zähne, die Polyphenole (sogenannte Antioxidantien, die bestimmte Substanzen im Körper unschädlich machen können) in Tees hemmen in der Mundhöhle den Abbau von Stärke (z.B. aus Brot, Kartoffeln, Gebäck) zu Traubenzucker. Somit fehlt den Kariesbakterien die Nahrung, aus der sie zahnschädigende Säuren produzieren könnten. Schwarztee ist in diesem Zusammenhang besonders wirksam. Bereits vier bis fünf Tassen Schwarztee oder zwei bis drei Tassen Grüntee pro Tag decken einen Grossteil des täglichen Fluorbedarfs und stellen eine wirksame Kariesprophylaxe dar.


Powerstoffe:
Catechine (sogenannte Antioxidantien, die bestimmte Substanzen im Körper unschädlich machen können) hemmen Wachstum und Infektiosität bestimmter Bakterien und Viren. Tee kann somit beitragen, sich vor Grippeviren und Durchfallerregern zu schützen. Auch Staphylokokken (Stäbchen-Bakterien), die verschiedene Infektionskrankheiten hervorrufen können, werden gebremst.

Tee für gesunde Blutgefässe


Tee ist reich an Polyphenolen, die sogenannte „freie Radikale“ im Körper unschädlich machen. Freie Radikale bilden sich z.B. durch Rauchen, starke UV-Strahlung, aber auch bei ganz normalen Stoffwechselvorgängen und sind nach heutigem Wissensstand mitverantwortlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien konnten zeigen, dass Teetrinker ein deutlich geringeres Risiko für Arterienverkalkung und Herzinfarkt haben. Je höher der Teekonsum, desto grösser der vorbeugende Effekt. Bereits zwei Tassen Tee enthalten circa gleich viele Antioxidantien wie vier Äpfel. Dieselben Mechanismen wirken gemäss Studien möglicherweise auch bestimmten Krebserkrankungen entgegen.

Hautschutz aus der Tasse


Polyphenole aus Tee können aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften zum Schutz vor sonnenbedingten Hautschäden beitragen. Schon 3 dl Tee reichen dafür aus. Dies gilt insbesondere für Grüntee, der nebst Polyphenolen auch Vitamin C enthält. Bei Grüntee konnte gezeigt werden, dass er vor starker Faltenbildung bewahren kann und bei der Abheilung eines Sonnenbrandes hilft.

Die Geschichte des Eisenräubers


Polyphenole in Grün- und Schwarztee sind keine Eisenräuber wie heute noch oft behauptet wird. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Jena konnte zeigen, dass Teetrinker mit ausreichender Eisenversorgung keine Bedenken um einen eventuellen Eisenmangel haben müssen. Selbst Personen mit kritischer Eisenversorgung müssen nicht auf den Teegenuss verzichten: einfach den Tee 1 – 2 Std. nach den Mahlzeiten trinken.


Koffeingehalt


Inhaltsstoffe in Grün- und Schwarztee:
Die wichtigsten Bestandteile in Grün- und Schwarztee sind Koffein (früher auch Thein genannt) und die Gerbstoffe (Tannine). Eine Tasse Grün- oder Schwarztee enthält nur halb so viel Koffein (25 – 90 mg) wie eine Tasse Filterkaffee (50 – 150 mg) und nur ca.1/3 eines Espresso. Zu sagen ist, dass der Koffeingehalt in Tee variiert und abhängt von der Sorte, der Lage wie auch der Verarbeitung und der Zubereitung.

Im Gegensatz zu Kaffee kommt Koffein im Tee nicht in freier, sondern in gebundener Form vor, was einen wesentlichen Einfluss auf die Wirkungsweise hat. Während das Koffein aus Kaffee eine anregende, aber schnell wieder abflachende Wirkung hat, stimuliert Koffein aus Tee langsam, aber nachhaltig. Moderate Mengen an Koffein in Tee können angeblich sogar die Stimmung positiv beeinflussen und bei Kopfweh helfen (viele Kopfwehmittel enthalten Koffein als Wirksubstanz).

Die Gerbstoffe im Tee wirken beruhigend und wohltuend auf den Verdauungstrakt. Ebenfalls stimuliert Tee, der nur kurz gezogen hat, das zentrale Nervensystem. Je länger die Ziehdauer, desto grösser der Gehalt an Gerbstoffen und desto beruhigender die Wirkung auf Magen und Darm.

Kräuter- und Früchtetee


Kräuter-, Früchte- und Rooibuschtee sind von Natur aus koffeinfrei und können somit problemlos vor dem Schlafengehen getrunken werden. In diesen "Tees" wirken altbewährte Inhaltsstoffe ausgewählter Kräuter, Pflanzen und Früchte. So fördert Kamille das Einschlafen, Pfefferminze unterstützt die Verdauung und die wärmende Wirkung des Ingwers lindert die Übelkeit.

Durstlöscher
Früchte- und Kräutertees sind seit jeher bekannt als genussvolle Durstlöscher, die zu jeder Tageszeit lustvolle Abwechslung in den Trinkplan bringen. Entgegen bisherigen Annahmen kann gemäss neusten Studien auch Schwarz- und Grüntee zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs gezählt werden, weshalb sie definitiv den Ruf als Flüssigkeitsräuber verloren haben.

"Nature" genossen sind alle Tees, ob Grün-, Schwarz-, Früchte- oder Kräutertee, ein absolut kalorienfreier Durstlöscher. Aber auch all jene, welche ihren Schwarztee gerne mit Milch trinken, müssen sich keine Gedanken über überflüssige Kalorien machen. 1 Tasse Tee mit Milch schlägt nur mit ca. 15 kcal zu Buche. Dafür werden aber mit 5 solchen Tassen rund 20% des empfohlenen Tagesbedarfs an Calcium abgedeckt.

Entspannung
Die Zubereitung und der Genuss von Tee gelten als Erholungsinsel im Alltag. In vielen Gegenden der Welt ist Tee mehr als nur ein Getränk. Er ist eine Weltanschauung und fest in die Kultur und das Alltagsleben eingebunden. Duft, Geschmack, Farbe und die breite Aromapalette machen Teetrinken zu einem Erlebnis für Körper, Geist und Seele. Nach dem Aufbrühen ziehen die ätherischen Öle des Tees als feiner Duft durch den Raum und verwöhnen beim Trinken unsere Geschmacksknospen.

Tee bietet in den unterschiedlichsten Lebenslagen Entspannung und lässt uns Energie schöpfen. Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe Koffein und Gerbstoffe sorgen dafür, dass Tee nicht nur erfrischt und den Durst löscht, sondern auch entspannt und neu belebt. Eine Teepause während einer geistig anstrengenden Arbeit lässt Sie konzentrierter weiter arbeiten. Nach getaner Arbeit kann man bei einer Tasse Tee auf gesunde Art den Tag Revue passieren lassen und "herunterfahren".

Teetrinken bietet kultivierten, modernen und unkomplizierten Genuss – wann immer Sie wollen – wann immer Sie es benötigen.

Die richtige Zubereitung


1. Verwenden Sie nur frischen, erstklassigen Tee.
Tee sollte in luftdichten Behältern und nicht in der Nähe von stark riechenden Gegenständen aufbewahrt werden.

2. Verwenden Sie frisches Wasser
Spülen Sie den Wasserkessel vor dem Auffüllen mit frischem, kaltem Leitungswasser aus. Heisses oder aufgewärmtes Wasser enthält weniger Sauerstoff und ergibt einen flachen, schalen Geschmack.

3. Achten Sie darauf, dass die Teekanne sauber ist.
Ablagerungen von Tannin in der Kanne verbessern den Geschmack nicht – sie machen den Tee nur bitter! Zwei bis drei Teelöffel Natriumbikarbonat und kochendes Wasser entfernen die Tanninschicht in rund zwei bis drei Stunden.

4. Wärmen Sie die Kanne vor.
Spülen Sie die Kanne mit warmem Wasser aus, damit das Wasser beim Aufgiessen des Tees länger heiss bleibt.

5. Verwenden Sie die richtige Menge Tee.
Ein Teelöffel oder ein Beutel pro Person gilt als Faustregel. Falls der Tee in einer Kanne zubereitet wird, wiederum ein Teelöffel oder ein Beutel pro Person, aber noch ein zusätzlicher für die Kanne.

6. Lassen Sie den Tee ausreichend lange ziehen.
Giessen Sie das kochende Wasser in die Kanne, und lassen Sie den Tee je nach Grösse der Blätter drei bis fünf Minuten lang ziehen. Wenn die Stärke nicht Ihrem Geschmack entspricht, sollten Sie weniger oder mehr Tee verwenden und nicht die Zeit des Ziehens verkürzen oder verlängern.

7. Rühren Sie vor dem Servieren um.
Sie können die Kanne statt umzurühren auch drei Mal in die eine und drei Mal in die andere Richtung drehen.

8. Servieren Sie den Tee sofort.
Wenn der Tee länger als zehn Minuten in der Kanne bleibt, beginnt er schal zu schmecken. Verwenden Sie keinen Teekannenwärmer, der diesen Prozess nur beschleunigen würde.

9. Spülen Sie die Kanne anschliessend aus.
Spülen Sie die Kanne mit kaltem Wasser aus. Geben Sie sie niemals in die Geschirrspülmaschine und verwenden Sie keinerlei Spülmitte


Tee Rezepte

Classic Iced Tea

Zutaten (2 Gläser):
300 ml Wasser
1 Beutel Kandy - Earl Grey Tea
1 EL Honig
2 TL Limettensaft Konzentrat

Zubereitung:
Den Teebeutel in kochend heissem Wasser 2 Minuten ziehen lassen. Den Honig im heissen Tee auflösen und den Limettensaft dazugeben, kühl stellen. In 2 hohe Gläser je 3 Eiswürfel geben und mit dem Tee auffüllen.

Nach Belieben mit frischer Minze dekorieren. Statt Limettensaft Konzentrat 2 TL frischen Limetten- oder Zitronensaft verwenden.

Dekor: Limette- oder Zitronenscheibe. Ausprobieren & geniessen!

 

Chai (indischer Gewürztee)

Zutaten (für ca. 8 Portionen)
1 l Wasser
8 Beutel starker Schwarztee (Majestic, Nuwara Eliya, Dynastie)
6 dl Milch
5 EL Zucker
5 Stk. Kardamomkapseln, leicht zerstossen
1 EL Ingwer, frisch gerieben
1 Zimtstange
4 Nelken

Zubereitung:
Milch mit Zucker und Gewürzen aufkochen; bei geringer Hitze 1-2 Min. köcheln lassen; Teebeutel dazu geben, nochmals aufkochen lassen; auf kleinster Stufe 10–15  Min. ziehen lassen; Gewürztee durch Sieb direkt in Tassen oder Krug giessen.

Tipp
Vor dem Servieren Milch aufschäumen, Milchschaum auf Gewürztee geben, mit Zimtpulver bestäuben.

 

Darjeeling Schokolade

Zutaten (für 4 Portionen)
4 Beutel Schwarztee (Majestic, Nuwara Eliya, Dynastie)
50 g schwarze Schokolade
2 dl Milch
6 EL Caotina noir
5 TL  Zucker
1.5 dl Rahm
Muskatnuss, gerieben

Zubereitung:
Teebeutel in Pfanne mit ca. 6 dl kochendem Wasser überbrühen; 5 Min. ziehen lassen, Teebeutel entfernen; Schokolade in kleine Stücke brechen, im heissen Tee unter rühren schmelzen; Milch, Caotina noir und Zucker dazugeben, nochmals erhitzen; Rahm steif schlagen; Tee-Schokolade in Gläser oder Tassen abfüllen, mit Schlagrahm und Muskatnuss garnieren.

Tee-Gurken-Bowle

Zutaten (für ca. 10 Portionen)
5 Beutel Schwarztee (z.B. Nuwara Eliya Orange Pekoe)
1 L Wasser
1 Salatgurke
2 dl Pernod oder Pastis
1 Zitrone, unbehandelt
1 Fl. Prosecco oder Rimus

Zubereitung:

Teebeutel mit kochendem Wasser übergiessen, 3-5 Min. ziehen lassen, kalt stellen; Gurke waschen und in kleine Stückchen schneiden; Pernod od. Pastis darüber giessen, ca. 1 Std. ziehen lassen; von Zitrone Zesten abziehen und Saft auspressen, beides zu Gurken geben; mit gekühltem Tee und Prosecco oder Rimus auffüllen.

Pouletbrust in Tee-Marinade

Zutaten (für 4 Portionen)
4 Beutel Schwarztee (z.B. Kandy - Earl Grey)
1.5 l Wasser
5 El Honig
2 EL Salz
4 Pouletbrüstli
1.5 dl Sesamöl
5 EL Sojasauce
Pfeffer, frisch gemahlen
Koriander, frisch, gehackt

Zubereitung:
Wasser, Zucker und Salz aufkochen, Teebeutel dazugeben, 5 Min. ziehen lassen; Pouletbrüstli auf beiden Seiten anbraten und durch garen; im Tee-Sud über Nacht marinieren; Pouletbrüstli aus Marinade nehmen, schräg in Tranchen schneiden; 2 dl des Tee-Suds absieben, mit Sesamöl, Sojasauce und Pfeffer abschmecken; Pouletbrüstli mit Tee-Dressing beträufeln und mit Koriander garnieren

Tipp
Servieren Sie dazu einen gemischten Salat an einer Tee-Vinaigrette ca. 2 dl
3 EL Wein-Essig
2 Beutel Schwarztee (z.B. Uva)
6 EL Oliven- oder Rapsöl
1 EL Küchenkräuter, fein gehackt
Salz, Pfeffer

Essig kurz vor dem Siedepunkt von der Platte nehmen; Teebeutel dazugeben, zugedeckt ca. 5 Min. ziehen lassen; in die abgekühlte Flüssigkeit Öl einrühren; mit Küchenkräutern, Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Tee-Crème

Zutaten (für 4 Portionen)
4 Beutel Schwarztee (z.B. Kandy - Earl Grey)
2.5 dl Wasser
4 dl Rahm
4 Eigelb
7 EL Zucker
Rum
Orangensaft

Zubereitung:
Teebeutel in Pfanne mit heissem Wasser überbrühen, ca. 3 Min. ziehen lassen; Eigelbe mit Zucker zu einer schaumigen masse verrühren; Rahm dazu geben; Ei-Rahm-Masse zu Tee geben; bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren zum Köcheln bringen bis cremige Konsistenz erreicht ist; abkühlen lassen, mit Rum und Orangensaft abschmecken.

Die wunderbare Welt des Tee`s

Die Produktion

Teekenner sind ebenso anspruchsvoll wie Weinexperten. Um einen qualitativ hochwertigen Tee zu erhalten, müssen beim Anbau und in der Produktion zahlreiche Kriterien berücksichtigt werden. Deshalb wird Tee auch oft mit Wein und Sekt verglichen. Wie bei den exquisiten "Rebsäften" wird das Aroma des Tees durch Anbaugebiet, Klima, Bodenbeschaffenheit, Lage, Erntezeit und Verarbeitung bestimmt.
Für das Wort "Tee" gibt es, je nach Sprache, unterschiedliche Bezeichnungen. In der deutschen Sprache wird Tee sowohl für Kräuter- und Früchte-, als auch für Schwarztee gebraucht. Unterschiede bestehen in Englisch: mit "tea" wird ausschliesslich Schwarztee bezeichnet "infusion" steht für Kräuter- und Früchtetee. Auch in Französisch wird differenziert: "thé" steht für Schwarztee, "infusion" oder "tisane" bezeichnen Kräuter- und Früchtetee.

Der Produktionsprozess von Tee wird in folgende Stufen unterteilt:


1) Tee-Ernte

2) Verarbeitung

3) Veredelung

Tee-Ernte

Die Teepflanze mit dem Namen "Assamhybride", eine Kreuzung der beiden Ur-Teepflanzen "Thea sinensis" (Chinapflanze) und "Thea assamica" (Assampflanze), gilt heute als Grundlage fast aller Teekulturen der Welt. Sie gehört zur Gattung der Kameliengewächse und ist fein, widerstandsfähig und sehr aromatisch. Aus ihr werden zum Beispiel die bekannten Teesorten Assam, Ceylon, Earl Grey oder Darjeeling hergestellt.    

Der Anbau

Einen sehr grossen Einfluss auf die Qualität des Tees hat das Anbaugebiet. Die Teepflanze fühlt sich in verschiedenen Regionen der Erde wohl und wächst überall dort gut, wo das Klima feucht und warm ist. Die optimale mittlere Jahrestemperatur liegt zwischen 18 und 20 Grad.
Das Kameliengewächs mag es abwechslungsweise nass und trocken. Ideal für den Anbau ist lockere Vulkanerde. Auch die Lage spielt eine bedeutende Rolle; so gedeihen Spitzentees vor allem in hoch gelegenen Gebieten.     

Die Pflanzen werden in Reihen gesetzt, die etwa einen Meter voneinander entfernt sind. Die Sträucher müssen alle vier bis fünf Jahre beschnitten werden, um ihre Kräfte neu zu beleben und die für den Pflücker ideale Höhe zu gewährleisten.

Ein Teestrauch kann gut und gerne 50 – 70 Jahre lang Qualitätstee liefern, wenngleich nach 50 Jahren der Ertrag zurückgeht. Dann ist es an der Zeit, die älteren Sträucher auszusondern und gegen junge Exemplare zu ersetzen, die in der Plantagengärtnerei gezogen werden.

Pflücken:
Bei der Ernte und bei der Aufbereitung kann die Teequalität nochmals entscheidend beeinflusst werden. Beinahe auf allen Teeplantagen werden nur die oberste Blattknospe und die zwei darauf folgenden jüngsten Blätter eines Triebs gepflückt. Diese Pflückregel nennt man in der Teefachsprache "two leaves and a bud". Denn je jünger und zarter die Blätter sind, desto delikater wird der Tee.

Tee ist eine Wissenschaft für sich. Jedes Blatt wird seinem Blattgrad entsprechend benannt: Als "Flowery Orange Pekoe" (FOP) wird das dünne, drahtige Blatt der Blattknospe bezeichnet. "Orange Pekoe" (OP) ist das erste vollständig entfaltete, zarte Blatt, das sich in jeder Wachstumspause der Teepflanze neu ausbildet. Es ist stärker im Geschmack als FOP. Das zweite Blatt nach der Blattknospe heisst "Pekoe" (P) und liefert sowohl einen guten Geschmack als auch einen farblich kräftigen Aufguss.

Das Teepflücken wir noch immer sehr traditionell gehandhabt. In Afrika kommen vereinzelt Maschinen zum Einsatz, doch in Sri Lanka und in Indien wird der Tee noch von Hand gepflückt – was nach wie vor die beste Qualität verspricht, da hier die Plantagenarbeiterinnen und –arbeiter bei jeder Pflanze die pflückreifen von den noch nicht so weit entwickelten Sprossen unterscheiden. In niederen Lagen wird Tee bis zu 30 Mal im Jahr, in Höhenlagen "nur" 15 Mal geerntet, da er hier langsamer wächst.

Nach dem Pflücken werden die Blätter für die Weiterverarbeitung in die Fabriken geliefert. Im Gegensatz zu Kaffee, welcher in roher Form ausgeführt wird und erst im Verbrauchsland durch Verlesen und Rösten seine endgültige Gestalt erhält, wird Tee bereits auf den Plantagen im Ursprungsland aufbereitet und als fertiger Tee exportiert.    

Die Verarbeitung

Die orthodoxe Produktion – Schwarzer Tee

Welken
Zunächst werden die Blätter über Nacht mit großen Gebläsen zum Welken gebracht, um überschüssige Feuchtigkeit auszutreiben. Dieser Prozess dauert 12 bis 17 Stunden.     

Rollen
Diese außerordentlich arbeitsintensive Aufgabe wurde ursprünglich von Hand bewältigt, doch seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts und seit der industriellen Revolution ist diese Verarbeitungsstufe mechanisiert worden.
Der Tee wird in eine Rollmaschine gelegt, die auf dem Rolltisch horizontal rotiert. Dabei entstehen die gedrehten, drahtig anmutenden Teeblätter. Während des Rollens werden die Blätter auch aufgebrochen, womit der dritte Verfahrensschritt ausgelöst wird – die Oxidierung.   

Oxidieren
Nach dem Rollen werden die Blätter zum Oxidieren in einem „Fermentierraum“ bei einer Temperatur von rund 26°C ausgebreitet. Während der Oxidation, welche ungefähr 2-3 Stunden dauert, verfärbt sich das Blatt und nimmt allmählich eine kupferrote Farbe an. Der Stand der Fermentation muss am Geruch des feuchten Blattes ständig kontrolliert werden. Von der richtigen Fermentation hängt ganz wesentlich die Qualität des fertigen Tees ab.    

Trocknen
Normalerweise wird die Oxidation – je nach dem Urteil des Teeproduzenten – nach ungefähr einer bis drei Stunden durch „Feuern“ (Trocknen) des Tees abgebrochen. Dabei wird der Tee auf flachen Blechen langsam durch Heizkammern geschickt, in denen er sich beim Trocknen schwarz färbt. Dieses Verfahren muss sorgfältig kontrolliert werden, da zu geringes oder zu starkes Feuern die Qualität des Tees beeinträchtigen kann.    

Sortieren und Verpacken
Nach dem Trocknen erfolgt mittels einer Sortiermaschine die Aussiebung der verschiedenen Blattgrössen, auch Blattgrade genannt. Gesteuert durch die Maschenweite der Siebe, werden folgende Blattgrade gewonnen: der grossblättrige Blatt-Tee, Broken-Tee (mittelgrosse Teeblätter), Fannings (kleine Blatteilchen) und Dust (feinste Gradierung von Teeblatt-Teilchen).

Die Blattgrade bezeichnen nur die Blattgrösse, nicht aber Aussehen und Qualität. Fannings und Dust werden hauptsächlich für Beuteltee.    


Die CTC-Produktion – Schwarzer Tee

Neben der orthodoxen Methode gibt es eine weitere Methode der Produktion – das CTC-Verfahren. CTC (Cut, Tear, Curl) bedeutet soviel wie Zerbrechen – Zerreissen – Rollen. Daraus entstehen die drei Blattgrade Broken, Fannings und Dust.
Das grüne Blatt wird bei dieser Methode zunächst auch gewelkt, danach in der CTC-Maschine einmal gerollt und zerrissen. Die Tees der CTC-Maschine eignen sich gut für den Beuteltee.             

Oolong Tee Produktion

Diese Teesorte wird ähnlich wie schwarzer Tee verarbeitet, jedoch mit wesentlich kürzerer Oxidationszeit. Dadurch erhält der Tee seine charakteristische kupferrote Farbe und ein leichtes Pfirsicharoma.

Grüner Tee - Produktion

Der Grüntee entstammt derselben Pflanze wie der Schwarztee und unterscheidet sich in der Zubereitung nur in einem Arbeitsschritt: Die Blätter des Grüntees werden nach dem Welken nur gedämpft. Aufgrund einer Dampfbehandlung behalten die Teeblätter ihre grüne Farbe.    


Veredelung

Nach der Verarbeitung wird der Tee an Auktionen in verschiedenen Handelszentren und grösseren Städten – zum Beispiel Kalkutta – verkauft. So genannte „Broker“, als Auktionare zugelassene Makler, stellen den Tee nach Blattgraden und Mengen zusammen, begutachten die Qualität und geben eine Bewertung ab. Die Teeprüfer kaufen den Tee im Auftrag von Twinings zu einem marktgerechten Preis ein.

Privatverträge
Tee wird auch über Privatverträge von Maklern eingekauft, die im Auftrag von Produzenten handeln, oder auch von den Produzenten selbst. Dem Käufer werden Teeproben und ein entsprechendes Angebotsdokument zugesandt, in dem Details wie Gartenmarke, Blattgrade, lieferbare Mengen und der Angebotspreis zusammengefasst sind.

Der Käufer kostet und gradiert die einzelnen Tees und berichtet dem Makler/Produzenten zurück, ob Interesse an diesem Tee besteht. Je nach der Meinung des Käufers von diesem Tee wird der Preis entweder akzeptiert oder – was üblicher ist – ein Gegenangebot gestellt, woraufhin Verhandlungen beginnen, bis man sich auf einen für beide Seiten akzeptablen Preis geeinigt hat.

Es gibt noch immer einige Handelshäuser auf der Welt, die den Markt beobachten und auf eigene Rechnung Tee einkaufen. Sie wollen mit diesen Tees Gewinne erzielen, indem sie sie zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen, wenn der Markt angezogen hat. Im Falle eines beständig fallenden Marktes kann dies freilich auch ins Auge gehen.

Kosten und Mischen

Das Mischen (in der Fachsprache: "Blending") ist ein wichtiger und aufwändiger Prozess in der Teeproduktion. Das Know-how eines professionellen Tea Blenders (Prüfer und Mischer) ist hierbei unerlässlich. Bei Twinings müssen Blender daher eine 5-jährige Ausbildung absolvieren.

Am Hauptsitz in England selektieren die Blender die Rohstoffe von tausenden unterschiedlichen Teeplantagen und mischen diese zu einem bestimmten Produkt. Dadurch können Unterschiede in Qualität und Ertrag ausgeglichen werden. Andere Aromen, Mängel oder Veränderungen in der Erntemenge entstehen wegen Schwanken des örtlichen Klimas. Zu jedem Produkt wie Darjeeling oder Earl Grey gibt es eine Referenzmischung. Der Blender variiert das Mischverhältnis solange bis der Geschmack dem der Referenz entspricht. Die Qualität des Tees wird bei Twinings während des Produktionsprozess mehrere Male getestet – bei den Rohstoffen, nach dem Mischen und noch einmal während des Verpackens.

Indien - Produktion

Geschichte

Erfolglosen Experimenten mit chinesischen Teesamen in Assam folgte die Entdeckung eines einheimischen Tees im Jahre 1820. Zwei schottische Brüder, Charles und Robert Bruce, überzeugten die Verantwortlichen der East India Company, dass man mit den einheimischen Sträuchern besser fahre.
Damals war der Teeanbau auf dem indischen Subkontinent noch unbekannt. Die indischen Teepflanzer benötigten denn auch einige Jahrzehnte, bis sie den Dreh heraus hatten, doch sie erwiesen sich als fleissig und gelehrig. Heute gibt es in Indien 39'700 Teeplantagen (32'000 im Süden und 6'700 im Norden) mit über zwei Millionen Beschäftigten.

Anbaugebiete

Der indische Tee stammt aus drei Hauptanbaugebieten. Im Nordosten liegen die Tiefebenen Assams und die steilen Bergzüge von Darjeeling, im Süden liegt das Nilgirigebirge oder die Blue Mountains.
Assam ist die Region mit der grössten Teeproduktion. Fast 45% des indischen Tees stammt von Plantagen im grossen Tal des Brahmaputra-Flusses. Die feinsten Tees gibt es aus der zweiten Ernte, "Second Flush", die ungefähr von Mitte Mai bis Ende Juni dauert. Die Produktion dauert zwar bis Anfang Dezember, doch die Qualität verringert sich mit den zunehmenden Erntemengen in der Regenzeit.
Darjeeling befindet sich am Nordrand Westbengalens. Der Tee wird auf Höhen von 1'000 bis 2'000 Metern angebaut, in Plantagen, die sich an die Himalaya-Vorberge schmiegen. Die Berge ragen gegen Norden in den Himmel, wo an klaren Tagen die schneebedeckten Hänge des Mount Everest zu sehen sind. Die zwei wichtigsten Qualitäts-Ernten werden im März-April und Mitte Mai bis Mitte Juni eingebracht, wobei die Produktion allerdings auch während des Monsuns bis Jahresende fortgesetzt wird.
Der Grossteil des südindischen Tees wird in Tamil Nadu und Kerala produziert.

Die Teesorten

Tee aus Assam ist stark und würzig, mit einem malzigen Beigeschmack. Mischungen verleiht er Stärke und Dichte, er wird aber auch gerne pur getrunken. Der Tee wird auf Auktionen in Kalkutta und Guwahati, der Hauptstadt Assams, verkauft.
Darjeeling gibt es in zahlreichen subtilen Varianten. Der "First Flush" ist normalerweise intensiver im Geschmack, der "Second Flush" zeichnet sich durch noch grössere Delikatesse und Subtilität aus. Darjeeling ist von goldener, klarer Farbe mit einer Note von Muskat.

Tee Fakten:

Tee Produktion: c. 800m kilos
Anteil Export: 25%
Weltproduktions-Rangliste: 1
Erster Teeanbau: Seit 1835     


Sri Lanka - Produktion

Geschichte

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war in Sri Lanka Kaffee das wichtigste landwirtschaftliche Produkt. Doch nachdem der Kaffeerostpilz 1869 die Plantagen vernichtet hatte, wendete sich die Landwirtschaft des Inselstaats dem Tee zu.
Nachdem schon vorher verschiedentlich Versuche mit Teeanpflanzungen gemacht worden waren, gab die Kaffeekatastrophe schliesslich den Ausschlag für die Ausbreitung des Teeanbaus. Als treibende Kraft hinter der zügigen Entwicklung der srilankischen Teeindustrie agierte der Schotte James Taylor. Auf seinen frühen Erfolgen bauten die Einheimischen mit grossem Geschick auf. Heute rangiert das verhältnismässig kleine Land an weltweit dritter Stelle unter den Teeproduzenten. Tee aus Sri Lanka ist nach wie vor unter der ehemaligen Landesbezeichnung "Ceylon" bekannt.

Anbaugebiete

Tee wird in der Südhälfte der Insel angebaut, die die Form einer Träne hat. Die Plantagen sind um die zentrale Gebirgsregion angesiedelt, mit Erhebungen zwischen 100 und 2'500 Metern. Tee aus Sri Lanka wird durchwegs mit der Hand gepflückt.
Die an den westlichen Hängen wachsenden Tees werden allgemein als Dimbula-Tees bezeichnet. Die Teepflanzen sind in den Monaten August und September dem Monsun ausgesetzt und ergeben die beste Qualität in den Trockenmonaten Januar und Februar. An den Osthängen wachsen die sogenannten Uva-Tees. Hier tritt der Monsun in den Monaten Januar bis März auf, und die feinsten und geschmackvollsten Tees werden in der Trockenzeit von August bis September produziert. Nur etwa 10% des srilankischen Tees wird privat verkauft. Der Rest wird an Auktionen in Colombo gehandelt, die das ganze Jahr über jeden Dienstag und Mittwoch stattfinden.

Die Teesorten

Dem Ceylon Breakfast haftet oft der besondere Charakter des Bezirks an, in dem die Sträucher wachsen. Die Exposition und die Höhe des Hangs spielen dabei eine wichtige Rolle.

Tee Fakten

Tee Produktion: 305’000 Tonnen
Tee Sorten: Schwarzer und kleine Mengen Grüner Tee
Anteil Export: 90%
Weltproduktions-Rangliste: 3
Erster Teeanbau: Seit 1869

China - Produktion

Geschichte

Generationen von Pflanzern und Produzenten haben die chinesische Teeproduktion perfektioniert. Der Legende nach soll Kaiser Shen Nung die Teezubereitung erfunden haben. Historischen Quellen zufolge wissen wir aber nur, dass der Anbau und Genuss von Tee wahrscheinlich in Yunnan begann und ursprünglich dem Zweck diente, gekochtes Wasser geniessbarer zu machen.
Die chinesischen Produktinsstätten sind vielfach veraltet, der Anbau erfolgt durch lokale Kooperativen oft in kleinen Einheiten. Ankauf und Verkauf waren grösstenteils staatlich geregelt, was sich in den letzten Jahren jedoch rasch geändert hat.
Heute sind viele Privatunternehmen mit dem Export von Tee beschäftigt. Diese reagieren flexibler auf die Kräfte des Marktes und gehen in der Produktion stärker auf die Bedürfnisse des Weltmarktes ein.

Anbaugebiete

Tee wird hauptsächlich im Südosten Chinas angebaut, und zwar auf dem Gebiet südlich der Linie zwischen Shanghai und Süd-Tibet. Am Teeanbau sind insgesamt 18 Provinzen beteiligt. Der Grossteil des Anbaus erfolgt in Dorfkooperativen.
Die Anbausaison dauert von Ende März bis Oktober/November, je nach Region. In Yunnan, wo das Klima etwas milder ist, beginnt die Saison früher und dauert länger. Während der Saison werden vier Ernten eingebracht: eine Frühjahrsernte, zwei Sommerernten und eine Herbsternte.
Andere wichtige Provinzen für die Teeproduktion sind Sichuan, Hunan, Anhui, Zhejiang, Fujian und die Insel Hainan.
In China finden keine Tee-Auktionen statt. Der Tee wird von chinesischen Exportfirmen direkt an internationale Tee-Einkäufe verkauft.

Die Teesorten

China produziert die weltweit grösste Vielfalt an feinen Qualitätstees, von denen viele noch von Hand verarbeitet werden.
Die drei Hauptsorten sind Grüntee, Oolongtee und Schwarztee. Der Hauptunterschied zwischen den drei Sorten ist der Grad des Oxidationsprozesses. Der Grüntee wird am kürzesten verarbeitet, der Schwarztee am längsten. China produziert auch mehrere andere Teearten: parfümierte Tees, welche andere Pflanzen zur Intensivierung von Geschmack und Aroma; komprimierte Tees werden zu festen Blöcken gepresst; weisse Tees haben ein silbriges Aussehen; und Pu-erh-Tee wird wegen seiner medizinischen Qualitäten geschätzt.
Alle chinesischen Tees werden auf staatlich kontrollierten Teeplantagen verarbeitet.
Zhejiang südlich von Shanghai ist für seine Grüntees bekannt. Von hier stammt der Gunpowder Grüntee. Weiter im Süden, nahe der Küste von Fujian, liegt der Ursprungsort zahlreicher Spezialtees wie Lapsang Souchong und Jasmin, eine duftende Mischung aus Grüntee und frisch gepflückten Jasminblüten. Der halb-fermentierte China Oolong kommt ebenfalls aus Fujian.
Die Provinzen Anhui und Yunnan produzieren ausgezeichnete Schwarztees – Keemun (aus Anhui) und Yunnan. Yunnan ist auch die Heimat der selteneren Teeziegel und komprimierten Tees, die in unterschiedlichen festen Formen geliefert werden.

Tee Fakten

Tee Produktion: 680’000 Tonnen
Tee Sorten: Grüner, Oolong, Schwarzer, Weisse und komprimierter Tee
Anteil Export: 34%
Weltproduktions-Rangliste: 2
Erster Teeanbau: Vor 5000 Jahren

Russland - Kultur

Der Samowar

Die Russen trinken viel Tee; meist schwarz, mit Honig, Zucker oder Marmelade. Tee wrid hier im Samowar zubereitet, einem Metallkessel mit einem Aufsatz, auf dem eine Teekanne steht. Beheizt wird er über eine Holzkohlen-Brennröhre.

Der Tee in der Kanne ist extrem stark. Davon wird jeweils nur eine kleine Menge eingeschenkt und mit heissem Wasser aus dem Kessel verdünnt. Das Ausschenken des Tees aus dem Samowar ist ein Ritual der russischen Kultur. Samoware finden sich in Privatwohnungen, Büros und Restaurants genauso wie an Strassenecken und in der Eisenbahn. Die ersten importierten Samoware waren sehr schlicht. Nachdem die Russen sie ab 1820 in Tula selbst herstellten, begannen sie damit, die Samoware zu dekorieren. Ihre grosse Bedeutung im russischen Alltagsleben drückt sich in fantastischen Schnörkeln und Verzierungen aus. Moderne Samoware werden elektrisch beheizt.


Indonesien - Produktion

Geschichte

Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Insel Java von der holländischen East India Company als Stützpunkt für den Weitertransport chinesischen Tees genutzt. Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten holländische Siedler die ersten Teeplantagen auf der Insel. Bald wurden auch die Inseln Sumatra und Sulawesi für die Teeproduktion erschlossen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die indonesische Teeindustrie praktisch ausgelöscht, und es dauerte viele Jahre, ehe sich die Plantagen erholten. Erst im Jahr 1984 wurde mit Unterstützung des neu gegründeten Tea Board of Indonesia ein Programm zur Einführung verbesserter klonaler Teesorten gestartet.

Anbaugebiete

Der Grossteil des indonesischen Tees stammt von der Insel Java und wird hauptsächlich von Hand gepflückt. Das Hauptanbaugebiet befindet sich im Westen der Insel rund um Bandung. Tee wird in Indonesien das ganze Jahr über gepflückt, die beste Qualität wird jedoch in der Trockenzeit im August und September geerntet.
Die Teeplantagen stehen entweder in Privatbesitz oder im Eigentum staatlicher Unternehmen "PTPN" (Perseroan Terbatas Perkebunan Nusantara), die jeweils mehrere Plantagen kontrollieren. Der Grossteil des indonesischen Tees wird über Auktionen verkauft, die jeden Mittwoch in Jakarta stattfinden, und die einzigen, welche nicht in englischer Sprache stattfinden.

Die Teesorten

Die Grüntee-Erzeugung begann gegen Ende der 1980er-Jahre und macht heute an die 60% der indonesischen Teeproduktion aus. Ein beträchtlicher Anteil dieses Grüntees wird zur Deckung des Inlandsbedarfs an Jasmintee (mit Jasminblüten aromatisierter Grüntee) herangezogen. Die Schwarzteeproduktion basiert auf Teepflanzen, die einst aus Assam importiert wurden. Diese Sorte wird hauptsächlich zum Mischen exportiert.

 

Tee Fakten

Tea Produktion: 140’000 Tonnen
Tee Sorten: Grüner und Schwarzer Tee
Anteil Export: 66%
Weltproduktions-Rangliste: 6
Erster Teeanbau: Ab 1700     
Die Geschichte des Tee´s
Tee ist Volksgetränk und Genussmittel. Seit einem chinesischen Kaiser vor 5000 Jahren das wundersame Teekraut in die Trinkschale geweht wurde, hat Tee Politik gemacht und Geschichte geschrieben. Unser Leben, die Seefahrt und auch Wirtschaft und Handel wurden durch das Teetrinken stark mitgeprägt.

1) 2737 v. Chr.: Die Legende

2) 300 v. Chr. – 500 n. Chr.: Tee setzt sich durch

3) 618 n. Chr.: Das goldene Zeitalter des Tees

4) 9. Jahrhundert: Tee erreicht Japan

5) 1368 n. Chr.: Die Entwicklung des China Porzellan

6) 16. Jahrhundert: Tee erreicht Europa

7) 17. – 19. Jahrhundert: Politik und zunehmender Teekonsum

8) 20. Jahrhundert: Teehandel und – genuss heute

 

1) Die Legende

Im Jahre 2737 v. Chr. soll sich der chinesische Kaiser Shen Nung in seinem Garten aufgehalten haben, in seiner Hand eine Trinkschale heissen Wassers. Ein plötzlicher Windstoss wehte Blätter eines wildwachsenden Teestrauchs in seine Schale. Der Kaiser bemerkte einen angenehmen Duft, er kostete, und fühlte sich erfrischt. So wurden der Legende nach der Teestrauch und die Zubereitung des Tees entdeckt.

2) Tee setzt sich durch

Die erste schriftliche Erwähnung des Tees datiert aus dem dritten Jahrhundert v. Chr. Ein angesehener chinesischer Chirurg empfahl damals Tee als wirksames Mittel zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit.
Tee wurde bis zum dritten Jahrhundert n. Chr. als Heilmittel oder Tonikum aus Blättern wilder Teesträucher gewonnen. Um dem steigenden Bedarf nach dem Teekraut gerecht zu werden, pflanzten Bauern kleine Teesträucher an. Schriftlichen Belegen zufolge, wurden 350 n. Chr. die ersten Teesträucher aus landwirtschaftlichem Anbau im hügeligen Szechwan Gebiet in China entdeckt. Anbau, Ernte, Trocknung und Verarbeitung wurden zu einem effizienten landwirtschaftlichen System ausgebaut.

Im vierten und fünften Jahrhundert stieg die Popularität des Tees in China rasch an, und neue Plantagen entstanden entlang des Yangtze Flusses. Tee wurde Königen als Geschenk dargeboten und diente als wertvolles Tauschgut im Handel mit anderen Ländern.
Im Laufe der Zeit entwickelten die Chinesen den grünen Tee. Im Unterschied zum Schwarztee werden beim Grüntee die Blätter nicht fermentiert (Gären und Oxidieren der Teeblätter in einer feuchten Umgebung), deshalb schmeckt dieser leicht und löscht den Durst.
Weitere Entwicklungen waren der rote Tee (Oolong), der teilweise getrocknet wird und der schwarze Tee, der vollständig fermentiert ist und deshalb mehr Farbe und Schärfe aufweist. Der schwarze Tee ist zudem besser haltbar, was in Anbetracht der zeitaufwändigen Reisen beispielsweise nach Europa von grosser Bedeutung war.

3) Das goldene Zeitalter des Tees

Zurzeit der Tang Dynastie (618-906 n. Chr.) wurde Tee nicht mehr ausschliesslich zu medizinischen Zwecken getrunken, sondern auch als Genussmittel konsumiert. Diese Zeit wird als das „goldene Zeitalter“ des Tees bezeichnet. Die Zubereitung und das Servieren des Getränks wurden zu einer kunstvollen Zeremonie, während Anbau und Verarbeitung der Pflanze streng überwacht wurden und strikten Regeln unterlagen. Den Pflückern war es beispielsweise verboten, Knoblauch, Zwiebeln oder charfe Gewürze zu verzehren. Damit wollte man vermeiden, dass Gerüche an den Fingerspitzen die delikaten Blätter verunreinigen könnten.

4) Tee erreicht Japan

Ein weit gereister buddhistischer Mönch brachte die Teesamen im 9. Jahrhundert von China nach Japan. Während die aufwändigen Tee-Rituale des alten Chinas allmählich ausstarben, entwickelten die Japaner parallel zum buddhistischen Glauben eine kunstvolle Zeremonie namens Cha-no-yu. Sie wird auch heute noch zelebriert und ist Kernstück der japanischen Kultur.

5) Die Entwicklung des China Porzellan

Die ersten chinesischen Teeblätter wurden noch in offenen Gefässen aufgebrüht. Man erkannte jedoch während der Ming Dynastie (1368-1644 n. Chr.), dass das Ziehen der Teeblätter in siedendem Wasser die besten Geschmacksresultate brachte. So verwendete man ein Gefäss mit Klappdeckel, um die Wärme darin zu stauen. Was ursprünglich zum Aufbrühen von Wein verwendet wurde, erwies sich auch für das Teekochen als geeignet. Aus diesem Prototyp eines Teekessels entwickelte sich nach und nach das berühmte China Porzellan in seiner heutigen Formgebung.             

6) Tee erreicht Europa

Die portugiesische und holländische Handelsflotte brachten das Teekraut im 16. Jahrhundert erstmals nach Europa. Frankreich, Deutschland, Portugal, Holland und Italien importierten damals zwar Tee, dennoch setzte sich in diesen Ländern Ende des 17. Jahrhunderts Kaffee als beliebtestes Getränk durch. In England und Russland zeichnete sich hingegen ein wachsender Markt für das Heissgetränk aus China ab. Tee gelangte vorwiegend auf dem Seeweg nach Europa. Russland wurde hingegen von Kamelkarawanen mit bis zu 300 Tieren über den Landweg versorgt.

7) Politik und zunehmender Teekonsum

Das Schicksal des Tees in Grossbritannien nahm 1662 eine Wendung, als König Charles II die portugiesische Prinzessin Catharina von Braganza heiratete. Englands neue Königin war eine leidenschaftliche Teetrinkerin, lange bevor sie in ihrer neuen Heimat ankam. Als Teil ihrer Mitgift brachte sie eine Truhe mit wertvollem chinesischen Tee mit, den sie ihren adeligen Freunden bei Hofe servierte. Bald schon verbreitete sich die Kunde vom neuen Getränk und mehr Menschen wollten es kosten, doch bei hohen Preisen blieb der Teegenuss den Reichen vorbehalten.

Ursache für die hohen Preise waren immense Importsteuern, welche zur Sanierung der arg strapazierten englischen Staatskasse erhoben wurden. Die amerikanischen Kolonien störten sich besonders an der Steuerpolitik, da sie keinen Einfluss auf die Gesetzgebung hatten. Schmuggelei und der Handelsboykott gegenüber der britischen East India Company waren die Folge davon. Der Konflikt eskalierte mit der „Boston Tea Party“ von 1773. Dabei drangen Stadtbürger in den Hafen von Boston ein und warfen drei Ladungen Tee der englischen East India Company über Bord. Der Überfall ging als Startschuss der amerikanischen Unabhängigkeit in die Geschichte ein.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde Tee zum beliebtesten Getränk in England und löste Ale (britisches Bier) als Frühstücksgetränk ab. Der markante Anstieg des Teekonsums gründete im Abbau verschiedener Handelshemmnisse. Zum einen wurde damals mit der Verabschiedung des Commutation Act von 1784 die Steuer auf dem Tee drastisch gesenkt (von 119% auf 12.5%). Zum andern öffnete sich der Markt mit dem Ende des China-Handelsmonopols der East India Company und der Aufhebung des Navigation Acts. Letzterer erlaubte nur britischen Schiffen die Einfuhr von Tee in britische Häfen. Die Marktöffnung verhalf den Amerikanern dank ihrer schnellen Handelsschiffe rasch zu Erfolg. Mit schmalem Rumpf und riesigen Segeln benötigten die so genannten „Tea Clipper“ für die Seereise von China nach England gerade noch 100 Tage anstatt einem Jahr. Es wurden auch Rennen ausgetragen und Wetten auf die „Tea Clipper“ abgeschlossen. Eine Ära, die in den 1860er-Jahren mit der Einführung der Dampfschiffe und der Eröffnung des Suezkanals wieder endete. Der Reiseweg wurde dadurch um 7000 Kilometer verkürzt.

Bis 1900 stieg der jährliche Teekonsum in Grossbritanien auf über 100'000 Tonnen an. Das Teetrinken wurde mit dem Nachmittagstee „Afternoon tea“ – einer leichten Mahlzeit zwischen Mittag- und Abendessen – zu einem bis heute wichtigen Brauch im britischen Alltag.

8) Teehandel und – genuss heute

In England gehört der Teegenuss zum Alltag wie nirgendwo sonst in Europa. Mit 3.2 Kilogramm pro Kopf und Jahr liegt England in der europäischen Rangliste des Teeverbrauchs jedoch nur auf Platz sieben. Die Iren trinken sich auf Platz Eins. Den weltweit höchsten Teeverbrauch pro Einwohner hat Paraguay mit einem durchschnittlichen pro-Kopf-Verbrauch von 11.7 Kilogramm im Jahr 1998. Das entspricht rund 15 Tassen Tee täglich.

Um den weltweiten Bedarf an Tee zu decken, werden jährlich rund 3 Millionen Tonnen Tee geerntet. Ab 1952 bis 1998 waren die regelmässigen Auktionen der Londoner Tea Exchange der wichtigste Umschlagplatz für Tee in Europa. Heute wird Tee an Börsen in den Produktionsländern gehandelt. Darunter finden sich Städte wie Kalkutta, Colombo und Mombasa.

 
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